Was bedeutet Realität und Illusion

Geschrieben von Wolfgang Hans Albrecht

15. November 2025

Allgemein
Liebe bedeutet, das wir alles was uns wiederfährt, mit Geduld und Weisheit annehmen. Alles was uns begegnet oder wir erleben beruht auf einem sogenannten göttlichen Plan. Somit kann gesagt werden: Liebe bedeutet die Welt anzunehmen wie sie ist, ohne moralisch zu sein, zu bewerten und zu verurteilen. Wir leben in dieser Welt, um einander dienen zu können und um daraus die Liebe wahrhaft zu erfahren.

Von Liebe und Leid, Fülle und Mangel
Ich persönlich habe auf Grund meines Lebensweges und meines Karmas viel gelitten, doch heute weiß ich, dass ich dafür tiefe Dankbarkeit spüre denn ich bin mit Wissen und Erkenntnis belohnt worden. Heute kann ich bewusst sagen dass „ich weiß“. Ich gehe noch einen Schritt weiter. Dadurch dass ich gelernt habe, mein Leben und all die Dinge die durch mich gelebt werden durften, in Dankbarkeit anzunehmen, kam ich erst in die Lage zu erkennen, wer ich tatsächlich bin. Für mich bedeutet das, dass erst das Erkennen der Liebe in mir den Prozess ermöglicht hat, mich selbst zu erkennen.

Doch je höher wir in unserer Entwicklung stehen oder besser gesagt je tiefer wir in unseren Entwicklungsprozess eintauchen dürfen, desto mehr verstehen wir und umso größer wird mit diesem Verstehen auch unsere Verantwortung. Um es als Metapher auszudrücken könnte man sagen, „wenn jemand die Grundschule besucht hat, kann man von ihm nicht das Gleiche erwarten als von jemanden, der die Hochschule absolvierte“. Und das entspricht sicher keinem irdischen Plan, den der Mensch sich in 3D zeichnet. Das Lebens sagt dir, welche Schule du wann zu besuchen hast.

Leben in Harmonie mit sich selbst
Liebe bedeutet eben aus dieser Erkenntnis heraus, ein Gleichgewicht zwischen Denken und Fühlen herzustellen. Um die Tiefe der Bedeutung herzuholen könnte man anders ausgedrückt auch sagen:

„Um ein Gleichgewicht zwischen Denken und Fühlen erzeugen zu können ist es notwendig, die Wasseroberfläche (Wasser = Bewusstsein) zur Ruhe zu bringen oder den Spiegel zu polieren, damit sich das wahre Selbst darin klar reflektieren kann“.

Das eigentliche Ziel besteht also darin, jene Spiegel, welche ein verzerrtes Bild von uns reflektieren zu zerbrechen. Auf diese Weise wird es uns möglich, eine Harmonie (Ausgleich) zwischen der totalen Weisheit, der totalen Macht und der totalen Güte in uns herzustellen. Man spricht auch davon, „das Dreieck des Absoluten auszugleichen“.

Im Makrokosmos und in der Natur ist das Dreieck des Absoluten immer harmonisch, graphisch dargestellt also immer gleichschenkelig.

Wissen + Macht im Menschen => fehlende Güte = „teuflich“
Liebe + Macht im Menschen => fehlendes Wissen = bedeutet „Elend“
Macht + Güte im Menschen => fehlendes Wissen = Ignoranz, Verwirrung und Unglück
Liebe + Wissen im Menschen => fehlende Macht = ist zwar angenehm, doch der Mensch kommt nicht weiter.

Je näher sich der Mensch dieser Harmonie oder dem gleichschenkeligen Dreieck annähert, desto näher kommt er der Selbstverwirklichung (Theose).

Der Grad zwischen Realität und Illusion
Was bedeutet Real(ität) oder Illusion? Realität kommt aus dem Ägyptischen und lässt sich wie folgt darstellen. Re = der Gott, al steht für das Durchdringen. Man kann also sagen, das von Gott Durchdrungene, das Absolute. Dagegen verbirgt sich die Illusion hinter der Sinnes-Täuschung, der oberflächlichen Darstellung und steht für Betrug und Manipulation. So scheint es keineswegs verwunderlich, das die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten in einer Welt der Mangel erzeugenden Illusion, der Wünsche, der Begierde, der Bespaßung und des Rausches lebt. Durch diese Bespaßung steigt automatisch der Suchtfaktor nach mehr! Auf Grund eigener Erfahrungen schätze ich, dass vielleicht 20%, also weniger als ein Viertel der Menschen zumindest eine leise Ahnung von dem haben, was wir Realität nennen. Von diesen Menschen haben zwar schon viele ihre Maske zerbrochen (verzerrten Spiegel), die meisten jedoch ohne sich darüber bewusst zu sein. So kleben sie die Maske irgendwie wieder zusammen, um irgendwie doch noch mit einer Rolle im Theater der Illusionen mitspielen zu dürfen. Das ist der Grund, warum nach wie vor so viel Verantwortungslosigkeit oder Orientierungslosigkeit unter den Menschen herrscht. Es fällt ihnen schwer, verbindlich zu sein, verbindlich zu sehr werden, sie sind noch zu sehr von der Illusion geblendet. Zumindest kann man davon ausgehen dass sie spüren, dass sich noch etwas anderes hinter dieser Maske befindet. Manche von ihnen erkennen es sogar, ihr wahres Selbst. Mit dieser Ahnung oder dem Gefühl steigt für sehr viele Menschen beständig die Neugier zu erfahren, wer sich denn hinter der Maske verbirgt, was dieses wahre Selbst ausmacht. Mit dieser zunehmenden Klarheit bzw. dem Wissen werden sich die Menschen der Notwendigkeit bewusst, ihren Mitmenschen dienen zu müssen. Vielleicht spüren sie ja sogar, dass sich eine ungeheure spirituelle Kraft hinter dem Dienen verbirgt.

„Weder die paranormalen oder psychonoetischen Kräfte noch die mentalen Fähigkeiten machen den Mystiker aus, sondern die Ebene seines spirituellen Wachstums“.

Beeinflussung von zeitlichen Erwägungen
Wir leben aktuell auf der Erde in der Dimension von Raum und Zeit und deswegen unterliegen die meisten Menschen der Beeinflussung durch die 5 Sinne. Je tiefer wir in uns selbst schauen können, umso größer wird die Lebensmotivation, denn wir können immer mehr von unserem wahren Selbst und unseren Gaben bzw. „Auf-Gaben“ erkennen. Es entwickelt sich das was ich die Selbst-Liebe nenne. Wenn wir von der Liebe sprechen, damit meine ich auch die irdische Liebe, dann sprechen wir nicht nur von besonders geliebten Menschen aus unserem persönlichen Umfeld, sondern auch von denen die wir ansonsten als unsere Feinde betrachten oder die zumindest unsere Feinde sein könnten.

Ich möchte mich hier selbst wieder als Beispiel anführen, denn mein eigenes Karma hat mich dermaßen geschliffen, das ich des Hasses unfähig wurde. Ich wurde im Gegenzug zu meinen tiefen inneren Leiden mit unglaublich viel Erkenntnis belohnt. Die Kraft der göttlichen Gnade hat mir bereits sehr viele von den Fesseln entfernt mit denen ich mich und andere bindete. Ich durfte in vielen Aspekten Selbsttäuschungen erkennen, die die mir den Weg in mein höheres Selbst blockierten. Heute weiß ich zumindest, was ich bin. Und immer mehr spüre ich auch „wer ich bin“.

Selbst wenn ich hassen und böses tun wollte, es wäre mir wissentlich unmöglich. Denn dadurch das ich weiß, was ich bin, weiß ich immer mehr auch was ich tun kann und was nicht.

Wie kann ich erklären, wer ich bin?
Diese Frage stelle ich mir oft. Ja, sie ist tatsächlich schwer zu beantworten. Ich weiß wer ich bin, doch wie kann ich es dir erklären? Unsere Sprache ist ein zu schwaches Werkzeug um dafür ein Verständnis aufbauen zu können. Dieses Verständnis ist wenn überhaupt nur dann möglich, wenn zwei oder mehrere Menschen sich auf derselben Ebene befinden bzw. durch eine gemeinsame Frequenz miteinander verbunden sind, durch die Frequenz der Liebe. Sie erzeugt eine harmonische und resonante Verbindung. Diese Liebe hat dabei nichts mit der irdischen Bedeutung der Liebe zu tun. Denn sie setzt so etwas wie Selbstliebe, Harmonie mit sich selbst und seinem Umfeld voraus. Jemand, der sich selbst erkennt, hat kein Interesse mehr, sich eine Maske aufzusetzen oder zwischen der Realität und der Illusion hin und her zu switchen.

Selbsterkenntnis erfordert den Mut, sich selbst kennen lernen zu wollen, bewusst aus der Illusion der Materie aussteigen zu wollen. Das ist auch der Zweck für die Erschaffung seiner eigenen Lebensarchitektur, seines eigenen Lebensplanes basierend auf dem psychischen Fundament. Es unterstützt den Prozess der Selbstanalyse oder der Wahrheitsforschung.

Fazit
Ein indischer Yogi meinte einst auf die Frage, was es denn ist, das diese Welt zusammenhält: „Liebe und Mitgefühl“. Das ist es, was sich in uns Ausdruck verleihen möchte. Es ist das Wesen des Menschlichen, das sich Selbstausdruck geben möchte. Das ist es, was ich Liebe nenne. Die Liebe ist weder eine Form des Austausches noch ein „von sich selbst geben“. Es geht nicht darum, etwas auszutauschen oder von sich selbst zu geben, um ein Gleichgewicht herzustellen.

Es ist schon gar nicht eine Art von Berechnung im Sinne einer Statistik oder eines Bilanzierens.

Liebe ist in uns, denn sie ist unsere Natur. Alles was wir zu tun haben ist, der Liebe zu erlauben, sich selbst Ausdruck zu verleihen.

Liebe entsteht, wenn das Herz sich ganz spontan Ausdruck verleiht. Auf diese Weise wird die Liebe ganz automatisch erwidert. Somit ist Liebe nie verloren, sie ist ein ständiger Gewinn an Bewusstheit und Energie.

 

Autor

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