Wenn Stress den Körper fordert – 1/3

Wenn Stress den Körper fordert.

Dreiteilige BLOG-Reihe

 

Diese BLOG-Reihe zum Thema: „Wenn Stress den Körper fordert“ –  ist ein Auszug der Studie des IFVBESA zum Thema: HPA Achse oder Stressachse.

 

Inhaltsübersicht zur BLOG-Reihe:

 

Zunächst führen wir in die allgemeinen Grundlagen ein, betrachten anschließend die drei Stressphasen im Detail und schließen mit einer reflektierenden Betrachtungsweise sowie einer Zusammenfassung ab.

Auf diese Weise möchten wir die wissenschaftlichen Zusammenhänge verständlich aufbereiten und Impulse für ein tieferes Verständnis von Stress und Regulation geben.

Lassen Sie uns direkt starten.
Viel Freude und wertvolle Erkenntnisse wünschen wir Ihnen.

 

Teil 1 – Allgemeine Grundlagen:

Stress, insbesondere chronischer Stress (dazu gehört vor allem unbewusster Stress), spielt in Bezug auf die gestellten Forschungsfragen dieser Studie eine wichtige Rolle.

Was bedeutet Stress einfach ausgedrückt?

Stress bedeutet, dass der Mensch glaubt, die auf ihn zukommende Situation nicht adäquat meistern oder handhaben zu können.“

 

Was bedeutet Stressachse?  
Die Stressachse ist die einfache Bezeichnung für einen Prozess der Stressaktivierung. Anders oder genauer bezeichnet auch als Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, abgekürzt HPA-Achse. Diese Stressachse beschreibt ein komplexes Aktivierungs- und Hemmungsmuster, welches die Basis für unsere Anpassungsfähigkeit in Bezug auf Stress darstellt.

Chronischer Stress stellt momentan eine der „umweltbezogenen Ursachen“ für Krankheiten dar, wenn nicht die Herausragendste überhaupt. Oft erscheint es von Vorteil zu verstehen, was die Stressachse ist um in die Bereitschaft zu kommen, seine Lebensgrundlagen als Ursache zu verändern bzw. die Hintergründe der Forschungsfragen in dieser Studie zu verstehen?

Wir leben aktuell in noch nie da gewesenen Zeiten.

Jeder von uns kennt Situationen, in denen er mehr oder weniger Stress ausgesetzt war oder ist. Die Ursachen für Stress zu kennen, ermöglicht es zumindest, adäquat zu reagieren und seine Lebensumstände dahin gehend zu ändern, um einerseits die Wirkung und andererseits die Symptome zu verändern oder abzustellen.

Die Phase der Corona-Pandemie hat diese Situation noch einmal immens verschärft. Denn in Situationen von Lockdowns, Masken- oder gar Impfpflicht wurde das psychische Fundament (Zusammenspiel von Seele (Verstand), Geist und Bewusstsein => Verkörperung) der meisten Menschen enorm belastet. Angst vor Getrenntheit, Angst vor Obrigkeit, Unterdrückung der persönlichen Ausdrucksfähigkeit und vieles mehr traten dann auf.

Bedeutend herausfordernder wird es, wenn es sich um unbewusste Traumata, Prägungen oder Glaubensmuster der Vergangenheit handelt (pränatal, Kindheit). Wie wissen wir, dass wir Stress ausgesetzt sind, wenn es uns unmöglich erscheint, ihn im Außen wahrzunehmen? Er sozusagen aus unseren früheren Traumata, Prägungen oder Glaubenssätzen resultiert? Doch was geschieht wirklich in so einer Situation? Hier ein allgemeines Verständnis zum Thema Stress.

Stress als Ursache vieler Belastungsfaktoren verstehen

Eine körperliche Stressreaktion ist per se etwas Positives. Denn sie aktiviert uns zu einer Lösungsfindung und in der weiteren Folge zu einer Muster-Findung. Und genau das haben wir getan, als wir als Kinder vor vermeintlich unlösbaren Aufgaben gestanden waren. Wir haben dieser aufgetauchten Angst oder dieser Orientierungslosigkeit folgend eine Lösung gefunden. Aus dieser Lösung heraus entstand ein (Glaubens-Muster). So nach dem Motto:

Die Lösung hat mir jetzt geholfen, sie wird mir auch in Zukunft helfen (Glaubenssatz- oder Muster)“.

Stress tritt immer dann auf, wenn unser inneres Gleichgewicht (Homöostase) im Außen (scheinbar) bedroht wird. Wir fühlen uns in unserem psychischen Fundament umso leichter oder schneller bedroht, je mehr unser Gleichgewicht bereits zu diesem Zeitpunkt belastet oder gar gestört ist.

Somit können wir sagen: “Stress bzw. unser „Stresssystem“ hilft uns, unser Stresssystem an die sich ändernden Umweltbedingungen anzupassen bzw. ein inneres Gleichgewicht (Homöostase) herzustellen => „ich kann die auf mich zukommende Situation adäquat handhaben“.

Unser Stresssystem stellt somit die Grundlage für die Adaptationsfähigkeit unseres Körpers als Lösungsfindung dar (Ruhe, Harmonie).

Was genau wird als die Stressachse bezeichnet?

Um sich im Wirrwarr der Fachbegriffe innerhalb der wissenschaftlichen Fachsprache zurechtzufinden, hier ein kurzes Wiki zum Thema Stress.

Die wichtigsten Begriffe der HPA-Achse um später die Wirkmechanismen und Prozesse bzw. ihre Zusammenhänge besser verstehen zu können:

  1. Der Präfrontale Cortex (PFC), gilt als das neuronale Steuerungszentrum. Er ist unter anderem zuständig für die kognitiven Prozesse (1. Stressreaktion).
  2. Die Amygdala gilt als das unter anderem „emotionale Alarmsystem“
  3. Der Hippocampus gilt als die Schaltstelle zwischen Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis sowie als emotionales Bewertungssystem.
  4. Der Hypothalamus ist das Steuerungszentrum des vegetativen (autonomen) Nervensystems und des Hormonsystems.
  5. Die Hypophyse ist die Schnittstelle zwischen dem Hormonsystem und dem autonomen Nervensystem.
  6. Adrenalin ist ein Stresshormon und steigert den Gefäßtonus, erhöht Blutdruck und Herzfrequenz => wirkt katabol auf den Glykogen-Stoffwechsel (Speicherform des Zuckers)
  7. Noradrenalin ist ein Botenstoff, wirkt als (Stress)Hormon und Neurotransmitter
  8. Cortisol gilt als das Stress-Hormon. Abkömmling des Gelbkörperhormons Progesteron
  9. Glucocorticoide sind Cortico-Steroide oder Steroidhormone der Nebennierenrinde. Umwandlung von Eiweiß (Protein) in Glucose und Glykogen innerhalb des Glucose-Stoffwechsels.
  10. DHEA wird auch als Kontrahent des Cortisols bezeichnet

 

Direkt zu Teil 2 der BLOG-Reihe: Die drei Stressphasen im Detail

 

 

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