Wenn Stress den Körper fordert – 2/3

Wenn Stress den Körper fordert.

BLOG-Reihe Teil 2 /3

 

Diese BLOG-Reihe zum Thema: „Wenn Stress den Körper fordert“ –  ist ein Auszug der Studie des IFVBESA zum Thema: HPA Achse oder Stressachse.

Die drei Stressphasen im Detail
Stressphase 1: kontrollierbare Stressreaktion

Die Reaktionskaskade innerhalb der Stressachse lässt sich in eine erste Stressreaktion (R1) und in eine zweite Stressreaktion (R2) unterteilen. Das einfache Schaubild zeigt ganz klar die beschriebenen Prozesse, auf welche Art und Weise die einzelnen Aspekte der Stressachse miteinander in Wechselwirkung bzw. in Bezug treten. Voraussetzung dafür ist ein Stressreiz, durch den wir „noch“ handlungsfähig bleiben können (kontrollierbare Stressreaktion nach Dr. Dr. Damir del Monte).

Stressreaktion 1
Jeder Reiz von außen wird in Erregungspotentiale umgewandelt. Sie stellen sozusagen die Sprache unserer Neuronen (Nervenzellen) dar. In weiterer Folge werden sie zur Bewertung/Abgleich an die Amygdala (siehe Punkt 2) und den Hippocampus (siehe Punkt 3) weitergeleitet.

Hier wird der Stressreiz anhand unserer bereits gelebten Erfahrungen bewertet und analysiert (Unterbewusstsein). Es geht darum zu entscheiden, ob wir uns in der Lage sehen, neue Lösungswege für das auftretende Problem (Stressor) zu finden oder ob wir andererseits auf alte und im Unterbewusstsein gespeicherte Glaubens- oder Erfahrungsmuster zurückgreifen. Unter der Voraussetzung, dass der Stressor handhabbar ist, wird das Ergebnis der Analyse an den Hypothalamus (siehe Punkt 4.) weitergeleitet. Durch den Hypothalamus als oberste Instanz des autonomen Nervensystems (Vegetativum, unwillkürliches Nervensystem, regelt all jene Abläufe im Körper, die nicht mit dem Willen steuerbar sind) und des Hormonsystems kann nun eine entsprechende Reaktion in Gang gesetzt werden.

Der Hypothalamus aktiviert mittels dem Hormon CRH (Cortico Tropin Releasing Hormone) den Locus caeruleus. Er entspricht als neurophysiologische Struktur dem Noradrenalin-System unseres Gehirns und ist an der Steuerung der Orientierung und der Aufmerksamkeit beteiligt. Das in weiterer Folge freigesetzte Noradrenalin (siehe Punkt 6) bezweckt, dass wir wach, aktiv und handlungsbereit sind. Zur selben Zeit wird vom Hypothalamus der Sympathikus (unwillkürliches, vegetatives Nervensystem => Leistungssteigerung) aktiviert. Er regt das Mark der Nebennieren an, durch welches Noradrenalin und Adrenalin in die Peripherie des Körpers strömt. Das führt zur Handlungsbereitschaft von Geist und Muskulatur (Zucke wird freigesetzt). Somit stehen unserem Körper blitzschnell all jene Ressourcen zur Verfügung, die für Kampf oder Flicht zur Verfügung stehen (Fight-or-Flight-Reaktion).

Stressreaktion 2
Über das vom Hypothalamus freigesetzte CRH wird noch ein weiterer Prozess in Gang gesetzt. Und zwar wird die Hypophyse angeregt, das wichtigste Hormonzentrum für Körperhormone zu aktivieren (die Nebennierenrinde). Somit wird das ACTH (adrenocorticotrope Hormon) freigesetzt, was wiederum die Nebennierenrinde anregt, das Stresshormon Cortisol (siehe Punkt 8) zu bilden bzw. im Körper freizusetzen. Cortisol ist das Hormon, das dafür sorgt, dass dem Körper genug Energie zur Durchführung der notwendigen Handlungen zur Verfügung steht. Parallel dazu wird der Prozess zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels angeregt. (Sympathikus-Parasympathikus – Insulin und Glucagon). Das bedeutet einerseits, dass nun die Stressachse aktiviert ist und zeigt auf der anderen Seite, dass Stress lediglich die Aufgabe hat, den Körper in einen „Handlungsprozess“ zu bringen.

Selbstregulation der Stressachse
Dabei handelt es sich um einen überaus wichtigen Aspekt des endokrinen Systems. Ist der Prozess zur Mobilisierung von Energie (Extraenergie) an sich schon sehr komplex, so setzt sich diese Komplexizität mit einer weiteren Besonderheit der physisch-natürlichen Evolution fort, indem die Stressachse auf eine Selbstregulation zurückgreifen kann.

Doch dieser Prozess ist an eine Bedingung geknüpft: „Es muss sich weiter um eine kontrollierbare Stressreaktion handeln, Stress 1“.

Die Regulation wird in diesem Falle durch Noradrenalin und Cortisol selbst initiiert. Locus caeruleus (LC) setzt das Noradrenalin im Gehirn frei. Durch den weiterhin aktivierten präfrontalen Cortex wirkt das Noradrenalin hemmend auf den Locus caeruleus (LC). Dadurch wird zum einen weiterhin Noradrenalin ausgeschüttet, andererseits jedoch gleichzeitig durch diese Ausschüttung selbst reguliert.

Ähnlich gestaltet es sich beim Cortisol. Es ist im ersten Stepp zwar nur in der Körperperipherie vorhanden, doch da es sich beim Cortisol um ein Fettmolekül handelt, kann es die Blut-Hirn-Schranke leicht durchwandern und im Gehirn seine regulierende Wirkung entfalten. Auch hier ist es ähnlich wie beim Noradrenalin. Zum einen hemmt es die Aktivierung der Hypophyse, was dazu führt, dass auch die Anregung der Nebennierenrinde durch die Hypophyse gehemmt wird. In weiterer Folge wird auch der Hypothalamus gehemmt, der wiederum die Aktivierung der Hypophyse einschränkt und den Hippocampus aktiviert welcher seinerseits wieder hemmend auf den Hypothalamus wirkt. Cortisol hemmt also alle Vorgänge zur weiteren Ausschüttung von Cortisol. Das bedeutet letztlich, die Aktivitäten an der Stressachse werden heruntergefahren.

Stressphase 2 - unkontrollierbare Stressreaktion

Bei erhöhten Stresslevel oder unerwarteten äußeren Stresseinfluss bzw. immer wiederkehrenden Stressereignissen (z.B. hängenden Konflikten oder mehrmals gescheiterten Lösungsversuchen) kann es dazu führen, dass der Stressor aus eigener Kraft nicht neutralisiert werden kann. Das bedeutet, das Amygdala und Hippocampus nicht zu dem Ergebnis kommen, den Stressor aus eigener Kraft beseitigen zu können. Sie bleiben weiterhin aktiv und der Mensch manövriert sich in eine unkontrollierbare Stressreaktion oder vereinfacht auch als Stressphase 2 bezeichnet.

Der Aktivierungsprozess bleibt wie oben bereits erwähnt bestehen. Dadurch, dass nun Noradrenalin und Cortisol in ansteigend großen Mengen weiter ausgeschüttet werden, kann sich die Stressachse nicht mehr selbst regulieren.

Das liegt zum einen daran, dass der Präfontale Cortex (PFC) bei extremen Stresssituationen abschaltet. Dadurch reguliert das „emotionales Stresszentrum“ – die Amygdala das kognitive Steuerungsnetzwerk herunter (Not-Aus = Lebensnotwendig). In solchen Situationen höchsten Stresses fehlt dann die Zeit, um langwierig über einen Notfallplan nachzudenken. (der Mensch wird in diesem Falle von „außen“ gesteuert = Fremdgesteuert). Doch es ist wichtig zu erwähnen, dass dieser Prozess aus evolutionären Gründen eine wichtige Überlebensfunktion darstellt. So bleibt der Mensch weiter rasch und automatisiert Handlungsfähig. Bei dieser Intuition oder „äußeren“ Identifikation stellt sich die Frage, auf welcher Grundlage passiert diese intuitive Handlung oder Reaktion? Woher auch immer, hier heißt die Devise „do or die“! Dadurch, dass der PFC abgeschalten wurde, bleibt der Locus caeruleus (LC) weiter aktiv und in weiterer Folge kann weiterhin unkontrolliert Noradrenalin ausgeschüttet werden.  

Dieser Prozess führt in weiterer Folge in ein verändertes Andock-Verhalten des Cortisols an die Rezeptoren des Hippocampus. Bei einem Überschuss an Cortisol dockt es eher an anderen Rezeptor-Typen an. Das bedeutet, dass der Hippocampus den Hypothalamus nicht mehr hemmen kann und weiter Cortisol produziert wird. 

Bei einem weiter anhaltend hohen Stresslevel führt das letztlich dazu, dass sich die Glucocorticoide der Nebennierenrinde erschöpfen und parallel dazu vermehrt Progesteron (Mutterhormon) produziert wird. Die Folge daraus sind Entzündungen (erhöhtes DHEA sowie entsprechende Degenerationserkrankungen (Stauungserkrankungen oder Auszehrungs-Erkrankungen – siehe auch Thema der Pilzcyclode).

Auch versteckte, unbewusste Stressmuster, weggedrückte Traumata oder Misshandlungen aus der Vergangenheit, Glaubenssätze und Prägungen aus unserer Kindheit usw., sie alle erzeugen unkontrollierbare Stressmuster, denn sie laufen ja unbewusst und belasten auf dieselbe Art und Weise unsere Stressachse und führen mitunter zu schweren lebensbedingten Störungen.

Erste Zusammenfassung zur Adaptionsfähigkeit bei Stress

Natürlich haben hohe Cortisol Spiegel evolutionär betrachtet auch einen Vorteil. Alles im Leben folgt einem tieferen Sinn. So eben zwingt uns das erhöhte Cortisol zur Anpassung, unabhängig jetzt davon, ob das gut oder schlecht ist. Im Idealfall werden alte Denk- und Handelsmuster zwangsweise erkannt und durch neue ersetzt. Würden unsere Denk- und Handlungsmuster im Sinne unserer eigenen, multidimensionalen Evolution funktionieren, (im Sinne eines entsprechenden persönlichen Fundamentes – Lebensplanes) würden Amygdala und Hippocampus inaktiv bleiben. 

Fürs erste können wir zusammenfassen, dass Stress uns zur Adaptation auffordert, ja sogar befähigt. Doch wie können wir Adaption schaffen, wenn der PFC dauerhaft heruntergefahren bleibt? Wie kommen wir aus der Orientierungslosigkeit und weiter folgend sogar aus der völligen Handlungsohnmacht? So, und jetzt befinden wir uns in der Stressphase 3 und auch am Kern dieser Studie. Welche Regulations-Mechanismen können wir nun anwenden, um aus dieser Stressfalle wieder herauszukommen bzw. was sind die Ausprägungen auf den verschiedenen Ebenen?

Stressphase 3 - chronischer Stress

Was bedeutet chronischer Stress? Wann befindet sich jemand im chronischen Stress? Oder anders gefragt, wann ist Stress zu viel bzw. chronisch? Hier ist sich auch die Wissenschaft uneinig. Es fehlt eigentlich eine klare Definition. Was sich inzwischen klar etabliert hat ist, dass chronischer Stress im engen Zusammenhang mit einer Deregulation der Stressachse steht. Doch da gibt es dann noch die Unterscheidung zwischen dem sogenannten EU-Stress und dem Distress.

EU-Stress und dem Distress
Denken wir an Stress, dann verbinden wir das eher an etwas Unangenehmes. Denn hinter diesem Unangenehmen stecken zumeist bestimmte bewusste und unbewusste Ängste. In diesem Fall verbinden wir es mit Zeitdruck (Angst zu spät zu kommen), Konflikte (Angst davor, bestimmte Menschen zu treffen, Entscheidungen zu treffen usw.), Leistungsdruck (Angst es nicht zu schaffen, gut genug zu sein, schnell genug zu sein usw.), Erwartungen (Angst vor Ereignissen, Angst vor den eigenen Fähigkeiten usw.). All das kann mit Stress zusammenhängen und noch viel mehr.

Doch was, wenn wir weniger die Ängste hervorheben und uns stattdessen mit Problemlösungen, mit unserer eigenen Kreativität und unseren Fähigkeiten und Potentialen beschäftigen? Auch diese Begriffe stehen wissenschaftlich im Zusammenhang mit Stress. In der Forschung wird dabei unterschieden zwischen dem Eustress und Distress. Interessant ist, der EU-Stress wirkt aktivierend und fördert körperliche und mentale Prozesse. Der Distress mindert die körperlichen und mentalen Prozesse oder lenkt sie in eine andere Richtung.

Dabei ist es wichtig zu verstehen, das Distress nicht gleichbedeutend ist mit „zu viel“ Stress. Denn auch eine Minder-Aktivierung kann sich deregulativ auf das Hormonsystem auswirken. In Extrem-Fällen kann das zu „Bore-out“ (Unterforderung-Langeweile) führen.

In der Tiefe betrachtet führt das zu einer weiteren Unterscheidung von Distress, dem akuten Stress (über einen kürzeren Zeitraum, einzelne Stressoren) und den schon angesprochenen chronischen Stress (sehr langer Zeitraum in hoher Dosierung).

Stress ist also ungleich Stress. Die Unterscheidung ist insofern wichtig, als dass chronischer Stress einen deutlich höheren negativen Einfluss auf die Gesundheit hat und mehr Energie zur Regulation erfordert.

Allgemeines Anpassungssyndrom nach Selye
In diesem Zusammenhang hat der bekannte Stressforscher Hans Selye (Mediziner, Biochemiker und Hormonforscher 1907 bis 1982) sich einige Gedanken gemacht (Stresstheorie nach Selye). Er bezeichnete die Stressreaktion als die Aktivierung der HPA-Achse im Kontakt mit einem Stressor als das „allgemeine Anpassungssyndrom“. Sein Modell unterteilt sich in drei Phasen:

Die Alarmreaktion, Aktivierung der HPA-Achse
Das Widerstandsstadium => die Regulation der Stressachse durch Cortisol
Das Erschöpfungsstadium, => die Regulation misslingt (PFC abgeschaltet)

  • zu viel Cortisol im System => andere Rezeptoren werden angesteuert => Stress wird dann nicht mehr durch die HPA-Achse selbst reguliert, sondern nur noch die „Hormonelle Stressantwort“ produziert.
  • Der Zeitpunkt, wann Stress zu lange oder zu viel auf einmal, wie bei traumatischen Ereignissen, ist, variiert.
  • eine Studie über chronischen Stress wurde anhand des Merkmals gemessen, ob der Stressor regelmäßig auftrat und länger als 12 Monate anhielt. Das bedeutet allerdings nicht, dass chronischer Stress zwangsläufig erst ab einem Jahr vorhanden ist.
  • Um wirklich sicher zu sein, ob chronischer Stress vorliegt, ist eine endokrinologische Untersuchung der Cortisolwerte und aller sich in diesem Regelkreis befindlichen Hormonwerte Werte ein entscheidender Bestandteil.

Kohärenz zwischen der Natur und dem Menschen
Stress (hintergründige Ängste) ist die Grundlage jeder Adaptation und damit auch Teil der persönlichen Weiterentwicklung. Stress aktiviert zur Lösungsfindung, solange die Stressachse frei von Blockaden ist.

Anhand der Darstellung ist ersichtlich, dass die Evolution einen hocheffizienten und intelligenten Mechanismus geschaffen hat, um für die Herausforderung des Lebens Lösungen und Antworten zu haben. Wir brauchen nur den gesunden Umgang mit dieser Reaktion, um die überschüssige Energie entsprechend umsetzen zu können.

In weiten Teilen der Wissenschaft wird empfohlen, an der Resilienz zu arbeiten. So nach dem Motto: „Eine starke Resilienz hilft, das sich selbst regulierende System in Balance zu halten“.

Das ist jedoch eine einseitige Betrachtung. Denn Resilienz bedeutet grundsätzlich „Widerstandskraft“ oder anders ausgedrückt: „die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung überstehen zu können“.

Doch in Anbetracht der aktuellen Zeit mit ihren immensen Herausforderungen ist es eher schwer, im Widerstand zu sein oder zu bleiben. Denn genau dieser Widerstand befeuert die chronischen Stress-Muster (Entzündungen und chronischen Belastungsfaktoren) noch weiter. Abgesehen davon, hat sich in den vergangenen Jahren gesellschaftlich und geopolitisch zu viel verändert. Da würde der Begriff „Kohärenz“ schon eher passen. Kohärenz (vom Begründer der Salutogenese Aaron Antonovsky, Sozialforscher 1923 bis 1994) bedeutet demnach so viel wie:

„Eine grundsätzlich lebensförderliche Sicht auf die Lebenssituationen und Herausforderungen einzunehmen“.

Das soll heißen, dass Menschen mit Kohärenz einen Zusammenhang zwischen den Stressoren und sich selbst bzw. ihren Ursachen herstellen, einordnen und irgendwann bewältigen können. Und das erfordert so etwas wie ein „kohärentes persönliches Fundament“.

Wobei dieses „persönliche Fundament“ auf einem kohärenten Weltbild in Wechselwirkung zwischen der Schöpfung (Naturgesetze) und den Menschen aufbaut. Dieses „persönliche Fundament“ ist somit nach Innen ausgerichtet und baut auf die inneren Werte des Menschen als eine Art imaginäre Orientierung oder Leitfaden zur Anbindung an die höheren Dimensionen. Hier wiederum wäre Resilienz erforderlich, um dieses „innere persönliche Fundament“ dann stabil zu halten.

Chronischer Stress als Blockade der Stressachse

In vielen Projekten und Studien des IFVBESA geht es eindeutig um die Frage, was sind die Auslöser dieser typischen Belastungen (vor allem in der Männer-Domäne und sich zunehmend ausbreitend auch in der Frauen-Domäne) und wie kann man ihnen begegnen? Dabei steht Stress, vor allem chronischer Stress an oberster Stelle.

Was bedeutet chronischer Stress? Wann befindet sich jemand im chronischen Stress? Oder anders gefragt, wann ist Stress zu viel bzw. chronisch?

Hier ist sich auch die Wissenschaft der Leitlinienmedizin uneinig. Es fehlt eigentlich eine klare Definition. Was sich inzwischen klar etabliert hat ist, dass chronischer Stress in einem engen Zusammenhang mit einer Blockade der Stressachse steht.

Stresssymptome bzw. Auswirkungen bei chronischem (dauerhaftem) Stress:
Mental: Angst und Furcht, Irritationen und Aggressionen => Orientierungslosigkeit, Übererregbarkeit und Impulsivität, Ruhelosigkeit, Emotionale Instabilität, Depression, Zurückgezogenheit, Langeweile, Konzentrationsprobleme, Müdigkeit, Gedankenüberflutung usw.

Verhalten: erhöhter Konsum von Drogen, Alkohol, Tabak, Kaffee und Medikamente, exzessives Fernsehen, Abhängigkeit vom Smartphone, Schlafstörungen, gestörtes Ernährungsverhalten, sexuelle Probleme (Stress-Sexualität) => Libido-Störungen, Bewegungsmangel durch Unlust, Unpünktlichkeit, Verantwortungsverlust, chronischer Zeitmangel, Delegationshemmung, usw.

Körper: Störungen der HPA Achse, Hormonelle Störungen, Impotenz, Libidoverlust, Blockaden in der Spermiogenese, Muskelatrophie, Krämpfe, Bewegungseinschränkungen, mitochondriale Insuffizienz, Herzklopfen, Zittern nervöse Ticks (Hände und Beine), Zähneknirschen, ausgetrockneter Mund, verstärktes Schwitzen, Magen-Darm Probleme, Verdauungsstörungen, steifer Nacken, Rückenschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerz, Rhinitis, kalte Hände und Füße, Allergien, Asthmaanfälle, Hautprobleme, Verspannung des Kiefers, schnelle, flache Atmung, Druckgefühl in Hals und Kopf, Druckgefühl in der Herzgegend, muskuläre Dysbalancen, Bindegewebezerfall, Schilddrüsenstörungen (Über- und Unterfunktion), uvm.

Dauer und Intensität der Stresseinwirkung

Der Zeitpunkt, wann Stress zu lange oder zu viel auf einmal, wie bei traumatischen Ereignissen, ist, variiert. Ich möchte hier noch einmal auf das Thema „Resilienz“ zurückkommen. Psychologen meinen, dass Resilienz uns somit helfen kann, Krisen besser zu meistern.

So wird Resilienz von ihnen oft als sogenannte Stehauf-Männchen-Kompetenz verstanden. Doch genau diese Steh-Auf-Männchen Kompetenz ist es, die derzeit weltweit die Statistiken für Männererkrankungen nach oben steigen lässt. Das hat den Auftraggeber dazu angerührt, über diese Studie die fehlende Stehauf-Männchen Kompetenz zu hinterfragen.

Es macht auch wenig Sinn, chronischen Stress anhand des Merkmals zu messen, ob der Stressor regelmäßig auftritt oder wie lange er anhält. Denn wir können nicht davon ausgehen, dass chronischer Stress zwangsläufig erst ab einer bestimmten Zeit auf einmal da ist.

Ja, wir lernen zumeist nur aus Krisen. denn nur dann erlangen wir tiefes Bewusstsein, woher sie gekommen sind (Ursache). Basierend auf dieser Erkenntnis können wir unter Umständen sogar gestärkt aus ihnen herausgehen. Die Fähigkeit, aus stressreichen Situationen Erfahrungen zu sammeln und Erkenntnisse zu gewinnen, hilft im Umgang mit neuen Stressoren (Ähnlichkeitsmustern). Und ja, die Analyse von Amygdala und Hippocampus basiert auf unseren gemachten Vorerfahrungen. Denn wenn wir eine Krise erleben und daraus die Erfahrung ziehen: „Ich habe das schon einmal gut überstanden, ich werde das auch wieder schaffen“, dann können zukünftige Krisen handhabbarer werden. Doch es wäre leichtsinnig, von einer hohen Wahrscheinlichkeit auszugehen, dass dies zu kontrollierbaren Stressreaktionen führen könnte.

Warum sehen wir denn aktuell so viele stressbedingte Ursachen zu leidvollen Lebensumständen und Krankheit?

Zu sagen, wie es viele Psychologen heute tun, dass wir uns diesen Effekt zunutze machen können, um heute bereits aus Krisen zu lernen, die morgen vielleicht passieren, ist zu einfach.

Die meisten Menschen bleiben im Normalfall in den Mustern und Schleifen, die den Stress erzeugt haben, hängen, so wiederholen sie sich immer öfter (hängender Konflikt) und verstärken die Krise sukzessive. Genau das hat die Corona Pandemie und die Zeit danach gezeigt. Die allermeisten Menschen sind auf ihr falsches Weltbild hereingefallen. Das Ergebnis sehen wir einerseits in den massiv angewachsenen stressbedingten Erkrankungen sowie andererseits in einer Form von nie da gewesener Orientierungslosigkeit, verbunden mit höchsten psychischen Störungen. Resilienz konnte hier so gut wie gar nichts verhindern und führte dazu, dass die meisten Menschen in Stress 2 gefallen sind, das Steuerungszentrum sozusagen abgeschaltet und das Stresszentrum übernommen hat.

Stress stellt unter normalen Umständen einen Zustand dar, bei dem wahrnehmbar ist, dass man aus dem Gleichgewicht geraten ist. Unter diesen Umständen ist Stress ja auch die Anpassungsreaktion auf einen Reiz aus der Umwelt.

Direkt zu Teil 3 der BLOG-Reihe: Betrachtungsweise & Zusammenfassung

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